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Fußbodenmosaike des Markusdoms in Venedig
Der Fußboden der Kirche San Marco in Venedig ist ein einzigartiges
Bilderbuch mittelalterlicher Ornamentik. Er wurde nach dem Neubau
der Kirche etwa zwischen 1204 und 1450 durch die Arbeit mehrerer
Generationen von Künstlern geschaffen. Die ersten kamen als
"Gastarbeiter" aus orientalischen Ländern und brachten ihre
heimischen Motive mit. Bald waren aber auch einheimische Künstler
beteiligt. Die verwendeten Materialien (zum Teil sogar Halbedelsteine)
haben sich als so dauerhaft erwiesen, dass die Muster auch nach
jahrhundertelangem Begehen meist noch unbeschädigt sind. Lediglich
einige später restaurierte Stellen wiesen schon nach kürzeren
Zeiträumen wieder Beschädigungen auf. Unter den mathematisch
bemerkenswertesten Mustern befindet sich der nach einem Entwurf von
Paolo Uccello (1397-1475) gearbeitete Sternpolyeder, siehe im
Kapitel über Polyeder unter
Uccellos Sternpolyeder. Das Motiv wurde an zwei
Stellen verwendet: Unter dem linken inneren Hauptportal und in der
Mitte des Presbyteriums gleich hinter den Stufen. Unter der Vielzahl
der übrigen Ornamente fallen weitere auf, in denen zu einer
erstaunlich frühen Zeit mit optischen Effekten einer vorgetäuschten
und zum Teil zweifach interpretierbaren Räumlichkeit gespielt wurde.
WWW-Gestaltung: Alexander Wolff und
Paul Rosenthal,
11. Juli 2006
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